Interview mit Gwendalyn Gibson, XC-Fahrerin bei Trek-Unbroken Factory Racing. Gwendalyn erzählt, wie Regeneration, Resilienz und Konstanz ihr helfen, den Anforderungen des Mountainbike-Weltcups gerecht zu werden und nach einer Verletzung stärker zurückzukommen.
Weltcup-Mountainbiken wirkt auf der Strecke wie pure Aggression: hohe Leistung, hohes Risiko, kein Raum für Zögern. Doch die eigentliche Arbeit, die eine Athletin Woche für Woche an die Startlinie bringt, passiert abseits des Bikes. Dazu gehören durchdachte Regenerationsroutinen, Disziplin bei der Ernährung, Mobilität und die mentale Stärke, auch dann abzuliefern, wenn sich die Beine nicht perfekt anfühlen.
In der Thought Leadership Series von Unbroken blickt Profi-Mountainbikerin Gwendalyn Gibson darauf zurück, was ihr eine schwere Verletzung und die erzwungene Pause danach über nachhaltige Leistungsfähigkeit beigebracht haben. Ihre Botschaft ist klar: Regeneration ist nicht das, was du nach dem Training machst. Sie ist das, was Training überhaupt erst möglich macht, gerade in einer Saison, die immer länger wird und immer mehr Reisen mit sich bringt.
Eine Zwangspause offenbarte den wahren Motor: die Regeneration
Gibsons Durchbruchsaison 2022 folgte auf einen Kniescheibenbruch, eine Verletzung, die das Treten unmöglich machte und ihr die Option nahm, sich „durchzubeißen“. Diese erzwungene Auszeit veränderte ihren Blick darauf, was Ergebnisse wirklich ausmacht.
„Es hat mir wirklich gezeigt, wie viel Kraft in der Regeneration steckt“, sagt sie. Ohne den gewohnten Trainingsumfang kam sie „auf dem Papier weniger fit als vorher“ zurück und lieferte trotzdem einige der besten Leistungen ihrer Karriere ab. Die Erkenntnis daraus? Manchmal ist weniger mehr. Nicht, weil Einsatz keine Rolle spielt, sondern weil der Körper die Arbeit endlich verarbeiten kann.
Die Erfahrung bestätigte auch etwas, das viele Athletinnen und Athleten auf die harte Tour lernen: Konstanz baust du nicht auf, indem du mehr machst. Du baust sie auf, indem du dich mit derselben Ernsthaftigkeit um deinen Körper kümmerst, mit der du die Einheiten angehst, die ihn fordern.
„Manchmal ist weniger mehr … vieles von dem, wozu man als Athletin fähig ist, hängt davon ab, wie man auf seinen Körper achtet.“ - Gwendalyn Gibson
Wer du als Athlet wirst, entscheidet sich im Umgang mit Rückschlägen
Auf die Frage, was die Athletin von vor fünf Jahren von der heutigen unterscheidet, nennt Gibson ihre Anpassungsfähigkeit. In ihren ersten fünf Jahren in der Elite hat sie bereits zwei schwere Verletzungen hinter sich gebracht. Diese Rückschläge haben sie nicht nur zur Reha gezwungen, sondern auch zum Lernen.
Früher glaubte sie, für einen guten Tag müsse alles perfekt laufen. Heute sieht sie es genau andersherum: Je mehr schiefgeht, desto mehr erfährst du über Resilienz, über deine Entscheidungen und darüber, wie du selbst an einem schlechten Tag in deiner Leistungs-„Blase“ bleibst.
Dieses Umdenken ist gerade im Ausdauersport wichtig: Die Saison ist lang, die Belastung summiert sich, und Perfektion gibt es nicht. Für Gibson geht es nicht darum, Widrigkeiten auszuschalten. Sie will die Art Athletin werden, die auch unter schwierigen Bedingungen ihre Leistung abruft.
Was der moderne Weltcup verlangt: Reisestress und längere Saisons
Für Athletinnen und Athleten aus Nordamerika bringt der Weltcupkalender eine besondere Belastung mit sich: Der Großteil der Rennen findet in Europa statt, und zunehmend geht es auch in andere Regionen. Gibson ist dankbar für diese Chancen, spricht aber offen darüber, was sie den Körper kostet.
Reisen „zehrt am Körper“, sagt sie. Deshalb versucht sie, sich während der Saison eine feste Basis in Europa einzurichten, um wiederholte Langstreckenflüge zu vermeiden. Trotzdem fordert das Reisen seinen Tribut: Zeitverschiebung, die Belastung für das Immunsystem an Flughäfen und im Flugzeug und die mentale Last, fern von Familie und Alltag zu sein.
Gleichzeitig verändert sich die Saison selbst. Früher gab es weniger Rennen, inzwischen ist der Kalender deutlich voller. Athletinnen und Athleten müssen deshalb in Blöcken denken, gezielte Formhöhepunkte festlegen und manche Rennen mit Blick auf das große Ganze bewusst „durchtrainieren“.
Anders gesagt: Je länger die Saison, desto weniger Spielraum bleibt für eine Regeneration, die nur reagiert. Du brauchst eine Strategie.

Was die Top 10 vom Podium trennt: der mentale Vorsprung
Wenn das Gespräch auf das „Erfolgsgeheimnis“ kommt, lacht Gibson. Denn auf höchstem Niveau sind alle stark. Die Wattwerte liegen nah beieinander, Fahrtechnik ist selbstverständlich. Den Unterschied macht oft der Kopf.
Für Konstanz kommt es darauf an, mit schlechten Tagen umzugehen. Wenn die Beine nicht wollen: Kannst du trotzdem innerhalb deiner Möglichkeiten sauber fahren, oder verlierst du dich in negativen Selbstgesprächen, die aus einem machbaren Tag ein Desaster machen?
Für Podiumsplätze nennt sie Überzeugung und Zielstrebigkeit: Glaubst du wirklich, dass du dort hingehörst, und bist du bereit zuzuschlagen, wenn sich die Chance bietet? Gute Beine, etwas Glück, keine technischen Defekte, keine Stürze.
Mentale Stärke lässt sich ihrer Ansicht nach trainieren. Die Arbeit mit Sportpsychologen, positive Selbstgespräche und die Fähigkeit, negative Gedanken schneller loszulassen, gehören alle dazu, wenn du dir das innere System aufbaust, das deine Leistung trägt.
„Es ist nicht so, dass du nie einen negativen Gedanken haben wirst … aber du kannst steuern, wie du auf diesen Gedanken reagierst.“ - Gwendalyn Gibson
Regeneration wird strategisch, wenn du dich auf das konzentrierst, was wirklich wirkt
Regeneration ist keine Checkliste, sondern ein ganz persönliches Betriebssystem. Gibson beschreibt eine Veränderung, die mit der Erfahrung kommt: Als junge Athletin hast du Zugang zu unzähligen Ratschlägen und Methoden. Der entscheidende Schritt ist die Erkenntnis, dass von zwanzig möglichen Regenerationsmaßnahmen vielleicht nur eine Handvoll für dich die größte Wirkung entfaltet.
Für sie ist Mobilitätsarbeit unverzichtbar: Dehnen, Faszienrolle und gezieltes Bewegungstraining. Das unterstützt Muskeln und Leistung, beruhigt aber auch ihr Nervensystem. Genau das zählt, denn Regeneration ist sowohl körperlich als auch mental.
Die zweite tragende Säule ist die Ernährung. Ein einziger Tag mit leeren Speichern, die nicht ausreichend aufgefüllt werden, wirkt sich nicht nur auf diesen Tag aus, sondern auf die ganze Woche. Die richtige Versorgung wird so zu einer Art Versicherung für Beständigkeit, vor allem wenn der Zeitplan enger wird und sich die Trainingsbelastung summiert.

Wo Real Time Recovery ansetzt: Unbroken im Rhythmus einer Profisaison
Gibson nutzt Unbroken seit etwa zwei Jahren, nachdem ihr Team damit in Berührung gekommen war. Mit der Zeit wurde es fester Teil ihrer Routine, und aus der Zusammenarbeit entstand eine engere Partnerschaft.
Am regelmäßigsten setzt sie es an Reisetagen ein. Nach 20 Stunden Anreise und einer Zeitverschiebung sucht sie nach Wegen, schneller ins normale Training zurückzufinden, ohne sich zusätzlichen Stress aufzuladen. Unterwegs hat sie Unbroken während der gesamten Reise in ihrer Trinkflasche und nimmt es vor dem Schlafengehen noch einmal. An Trainings- und Renntagen nutzt sie es direkt nach der Einheit, um die Regeneration zu beschleunigen.
In Rennwochen mit Short Track und Cross-Country hebt sie das Zeitfenster zwischen den Rennen hervor: Sie nimmt Unbroken nach dem Short Track und über den Tag vor dem nächsten Start hinweg. Dabei stellt sie einen spürbaren Rückgang des Muskelkaters fest, der ihr hilft, sich schneller zu erholen und mit weniger Ermüdung ins nächste Rennen zu gehen.
Außerdem betont sie, dass ein widerstandsfähiges Immunsystem eine Voraussetzung für Leistung ist und kein nettes Extra. Bei ständiger Trainingsbelastung kann das Immunsystem anfällig sein, und Flughäfen erhöhen das Ansteckungsrisiko zusätzlich. Sie berichtet, dass Zink und Selen in Unbroken ihr Immunsystem in reiseintensiven Phasen unterstützen und so helfen, krankheitsbedingte Ausfalltage zu reduzieren.
Dazu kommt ein praktischer Vorteil: Unbroken lässt sich überallhin mitnehmen. Wenn die nächste richtige Mahlzeit auf sich warten lässt, etwa auf der Fahrt zu Intervalleinheiten, bei langen Transfers oder im organisatorischen Trubel nach dem Rennen, ist eine unkomplizierte Lösung Gold wert. „Du musst keine große Dose Proteinpulver mitschleppen“, sagt sie. „Es ist einfach nur die kleine Tablette.“
Der eigentliche Gewinn ist Langlebigkeit, und die beginnt früh
Über ihre eigene Leistung hinaus engagiert sich Gibson bei NICA für die Zukunft des Sports und inspiriert dort junge Fahrerinnen und Fahrer. Ihre Geschichte zeigt, dass dieser Weg wirklich offensteht: Sie fing als Neuntklässlerin an, die noch nie auf einem Mountainbike gesessen hatte, und der Sport brachte sie um die ganze Welt, einschließlich ihrer ersten Flüge und ersten Auslandsreisen.
Ihre Botschaft an junge Athletinnen und Athleten ist einfach und zugleich weit gefasst: Kein Ziel ist zu groß. Die Gemeinschaft ist das, worauf es ankommt, und der Weg ist real, ganz gleich, ob jemand aus Freude fahren oder bei Olympia starten möchte.
Bei Unbroken sind wir überzeugt, dass Real Time Recovery genau hier auch über den Spitzensport hinaus an Bedeutung gewinnt: Es hilft Menschen, das zu tun, was sie lieben, öfter und länger, mit weniger Rückschlägen durch Muskelkater, Krankheit und Erschöpfung.
Denn auf jedem Niveau gilt: Der beste Leistungsplan ist der, den du dauerhaft durchhalten kannst.
Die Unbroken-Expertenreihe: Real Time Recovery für Athletinnen und Athleten, die unter realen Belastungen trainieren, reisen und Wettkämpfe bestreiten.
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Kurz gefragt: GwendalynHarter Intervalltag oder Techniktag? Techniktag. Eisbad oder Kompressionsstiefel? Kompressionsstiefel. Eine Regenerationsroutine, die du nie auslässt? Dehnen, Faszienrolle und Mobilitätstraining. Ein Reiseutensil, auf das du nie verzichtest? Unkomplizierte Snacks. Dein Motivationssong vor dem Start? Alles vom Taylor-Swift-Album „Reputation“. Lieblingsgeschmack von Unbroken? Apfel.
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Fotos: Ross Bell / Kike Abelleira






